Der Frühling gibt sein Comeback und trotzdem leiden viele Menschen an Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, sind traurig und lustlos. Gegen diese Beschwerden schafft Johanniskraut Abhilfe. Es hat von seinem Wesen her von allen Heilpflanzen die stärkste Beziehung zum Licht. In zahlreichen Studien wird gezeigt, dass die Natur mit Johanniskraut ein gut wirksames, pflanzliches Arzneimittel gegen depressive Erkrankungen bereitstellt.

Das echte Johanniskraut ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. In Ostasien, Nord- und Südamerika und in Australien ist es eingebürgert worden. Es wächst verbreitet an Gebüsch- und Waldrändern, Wegen und Böschungen. Man trifft es auch in Waldlichtungen oder auf Bahnschotter an. Aufgrund der Verwendung als Heilpflanze wird Hypericum perforatum auch landwirtschaftlich angebaut.

Johanniskraut blüht dann, wenn die Sonne am höchsten am Firmament steht: Zur Zeit der Sommersonnenwende. Am augenscheinlichsten sind die zarten, goldgelben Blüten, die mit der Sonne um die Wette strahlen. Ihre feinen Blütenstände sind halbkugelförmig über der Blüte angeordnet und weit gefächert. Mit ihnen scheint die Pflanze jeden möglichen Lichtstrahl aufnehmen zu wollen. Die grünen Blätter zeigen eine Eigentümlichkeit: Sie sind durchscheinend punktiert – daher rührt der Artname ‚perforatum’ was auf lateinisch „durchlöchert“ bedeutet (es handelt sich um Exkretbehälter mit stark lichtbrechenden Lipidtropfen). Wer eine Blüte pflückt und diese in den Fingern zerreibt, erlebt außerdem eine Überraschung: Blutroter Pflanzensaft tritt aus und färbt die Finger. Übrigens sollte diese Farbe nicht in die Kleidung geraten, denn sie lässt sich schlecht entfernen.

Die Wirkstoffe des Johanniskrautes nennen sich Hyperforin, Hypericine, Flavonoide, Catechingerbstoffe, ätherische Öle und Phenolcarbonsäuren. Die gelbe Pflanze hat eine ähnliche Wirkung wie einige chemische Antidepressiva. Als Wirkmechanismus wurde unter anderem die Hemmung der neuronalen Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und anderen Signalstoffen angenommen. Neuste Erkenntnisse zeigen auch positive Effekte auf die Membranen gestresster Nervenzellen. Lange hat man geglaubt, dass nur der Wirkstoff Hyperforin eine stimmungsaufhellende Wirkung hat. Da aber nach neuester Erkenntnis auch Johanniskraut-Extrakte mit sehr geringem Hyperforingehalt antidepressiv wirken, ist diese These heute nicht mehr haltbar. Somit gilt der Gesamtextrakt des Johanniskrauts als Wirkstoff. Wichtig ist jedoch, dass ein Arzneimittel mit kontrolliertem Pflanzenextrakt und dadurch gleichbleibendem Wirkstoffgehalt angewendet wird.

„Es ist nicht möglich, dass eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird.“
… sagte Paracelsus über das Johanniskraut